Jahrelang glaubten viele, dass der präfrontale Kortex – der Teil unseres Gehirns, der für Entscheidungsfindung und Impulskontrolle zuständig ist – erst mit 25 Jahren vollständig ausreift und damit den Punkt markiert, an dem wir zu richtigen Erwachsenen werden. Doch das stimmte eigentlich nicht; es war ein weit verbreiteter Mythos, der wahrscheinlich auf eine alte Studie zurückging, die nur Hirnscans bis zum Alter von 25 Jahren untersuchte. Trotzdem klammerten wir uns an die Zahl 25, wohl weil sie sich richtig anhörte. Waren wir nicht alle mit 23 ein bisschen ahnungslos?
Wenn Sie neugierig sind, wann das Gehirn tatsächlich ein gewisses Reifeniveau erreicht, liefert eine neue Studie – nicht nur ein übereifriger TikToker – eine solide Antwort. Forscher der Universität Cambridge scannten die Gehirne von etwa 4.000 Menschen vom Säuglingsalter bis zum 90. Lebensjahr und fanden heraus, dass das Gehirn bis in unsere frühen 30er in der Adoleszenzphase bleibt, wenn wir angeblich unseren "Höhepunkt" erreichen. Das bedeutet, wir sind erst mit etwa 32 Jahren vollständig erwachsen. Gute Nachrichten für alle, die mit 28 noch dabei sind, sich zurechtzufinden – ihr habt Zeit!
Die in Nature Communications veröffentlichte Studie skizziert fünf grobe Phasen der Gehirnentwicklung im Laufe des Lebens, die durch vier wichtige Wendepunkte markiert werden. Das "Kindheitsgehirn" dauert von der Geburt bis etwa zum neunten Lebensjahr, wenn es in die "adoleszente" Phase übergeht. Diese Stufe dauert durchschnittlich bis zum Alter von 32 Jahren.
Fred Lewsey von der Universität Cambridge erklärt: "Unsere frühen dreißiger Jahre markieren den Zeitpunkt, an dem die neuronale Verdrahtung des Gehirns in den Erwachsenenmodus übergeht. Dies ist die längste Phase, die sich über drei Jahrzehnte erstreckt. Ein dritter Wendepunkt um das 66. Lebensjahr signalisiert den Beginn einer 'frühen Alterungsphase' in der Gehirnstruktur, und das 'spät alternde' Gehirn tritt um das 83. Lebensjahr auf."
Diese Forschung ist bedeutsam. Dr. Alexa Mousley, eine Gates Cambridge Scholarin, die die Studie leitete, merkt an: "Dies ist die erste Studie, die Hauptphasen der Gehirnvernetzung über die menschliche Lebensspanne identifiziert. Diese Stadien bieten wichtige Einblicke darin, worin unsere Gehirne in verschiedenen Lebensabschnitten exzellieren oder wofür sie anfälliger sind."
Aber lassen Sie sich nicht zu sehr hinreißen – es ist nicht so, dass man mit dem magischen Alter von 32 plötzlich viel schlauer oder logischer wird, wie einige von uns, die um dieses Alter herum schweben, vielleicht hoffen. Stattdessen stabilisiert sich die Struktur des Gehirns um diese Zeit und bleibt für die nächsten 30 Jahre relativ unverändert. Forscher sagen, dass dies mit einem "Plateau in Intelligenz und Persönlichkeit" übereinstimmt, das in anderen Studien beobachtet wurde. Vielleicht ist es also doch nicht so eine tolle Nachricht?
Im Wesentlichen werden Sie festgefahrener in Ihren Gewohnheiten – was zumindest teilweise erklärt, warum es so schwer ist, die Meinung Ihrer Boomer-Eltern zu ändern, sobald sie sich für etwas entschieden haben. Das ist Wissenschaft für Sie.
Häufig gestellte Fragen
Natürlich, hier ist eine Liste von FAQs zur Wissenschaft des Erwachsenseins, die mit klaren, natürlichen Fragen und direkten Antworten gestaltet wurde.
Grundlegende Fragen: Definitionen & Konzepte
1. Was ist das wahre Alter des Erwachsenseins laut Wissenschaft?
Die Wissenschaft legt nahe, dass es kein einziges wahres Alter gibt. Erwachsensein ist ein gradueller Prozess der Gehirnreifung, und die meisten Neurowissenschaftler sind sich einig, dass das Gehirn erst um das 25. Lebensjahr vollständig entwickelt ist.
2. Warum gilt 18 nicht mehr als Beginn des Erwachsenenalters?
Während 18 ein gesetzlicher Meilenstein ist, zeigen Hirnscans, dass Schlüsselbereiche für Urteilsvermögen, Impulskontrolle und langfristige Planung bis in die Mitte der 20er aktiv weiterentwickelt werden.
3. Welcher Teil des Gehirns entwickelt sich zuletzt?
Der präfrontale Kortex. Dies ist der CEO Ihres Gehirns – verantwortlich für komplexe Entscheidungsfindung, Risikobewertung, Zukunftsplanung und Impulskontrolle.
4. Bedeutet das, dass ein 21-Jähriger kein Erwachsener ist?
Es bedeutet, dass sie sich in einer Übergangsphase namens "emerging adulthood" befinden. Sie haben in vielen Bereichen erwachsene Fähigkeiten, aber die neuralen Pfade für reifes Urteilsvermögen und emotionale Regulation werden noch verfeinert.
Tiefgehende Fragen: Wie es funktioniert & warum es wichtig ist
5. Was passiert genau im Gehirn bis zum Alter von 25?
Das Gehirn durchläuft synaptisches Pruning, bei dem ungenutzte neuronale Verbindungen beschnitten werden, um die verbleibenden Netzwerke effizienter zu machen. Es stärkt auch Verbindungen mit einer fettigen Substanz namens Myelin, die die Kommunikation zwischen Gehirnregionen beschleunigt.
6. Wie erklärt dies das Verhalten von Teenagern und jungen Erwachsenen?
Weil das emotionale Zentrum früher reift als der rationale präfrontale Kortex, neigen junge Menschen eher zu Impulsivität, emotionaler Reaktivität und werden stärker von Gleichaltrigen beeinflusst, da ihr emotionales Gaspedal stärker ist als ihre rationale Bremse.
7. Reifen die Gehirne mancher Menschen früher als andere?
Ja. Genetik, Lebenserfahrungen und Umwelt beeinflussen alle das Tempo der Gehirnentwicklung. Trauma oder chronischer Stress können die Reifung verzögern, während unterstützende und anregende Umgebungen eine gesunde Entwicklung fördern können.
8. Stoppt die Gehirnentwicklung mit 25?
Nein, das Gehirn bleibt ein Leben lang plastisch. Allerdings sind die größere strukturelle Reorganisation und Effizienzsteigerungen weitgehend Mitte 20 abgeschlossen.
Praktische Implikationen & Häufige Probleme
