Das kuratorische Kollektiv Kublaiklan wurde gegründet, um gemeinsame Erfahrungen in der Fotografie zu schaffen und Menschen sowie Ideen zu verbinden. Von 2024 bis 2025 fungierten sie unter der künstlerischen Leitung von Paolo Woods als Kuratoren für Cortona On The Move, mit dem sie seit 2016 zusammenarbeiten. Zu ihren kuratierten Projekten gehören Living Certosa (2024) in Mailand und The Cooling Solution (2023), das später international an Orten wie Photoville New York gezeigt wurde. 2019 kuratierten sie Baci From Cortona und die Open-Air-Ausstellung Fontanesi. Seit 2017 leitet Kublaiklan zudem Fotografie-Workshops mit der Abteilung für Kinderneuropsychiatrie des AUSL Reggio Emilia. Das Kollektiv ist fest von der Kraft der Fotografie überzeugt, zu bilden, verschiedene Blickwinkel einzubeziehen und die Gemeinschaft zu stärken, indem es die Lücke zwischen Individuum und Gesellschaft überbrückt.

Getragen von dieser Vision haben sie in Turin einen Raum namens K! eröffnet. K! wird Ausstellungen, Workshops und Gespräche veranstalten und damit sozial engagierte Fotografie – eine in Nordeuropa und Großbritannien gut etablierte Tradition – nach Italien bringen. Durch praktische Reflexion übersetzen sie den politischen Diskurs rund um Bilder in greifbare Erfahrungen.

K! wird ein offener Raum für die Stadt und ihre Bewohner sein. Es wird Künstlerresidenzen beherbergen, die sich auf die gemeinsame Schaffung mit der lokalen Gemeinschaft konzentrieren. Das ganze Jahr über wird eine kuratierte Bibliothek mit Fotobüchern und Publikationen zu kollaborativen Fotografiepraktiken nach Terminvereinbarung zugänglich sein.

Die Eröffnungsausstellung ist La Cornuda de Tlacotalpan von Emilio Nasser. Basierend auf einer lokalen Legende aus Tlacotalpan in Veracruz, Mexiko, setzt sich das Projekt mit der Vorstellungskraft der Gemeinschaft auseinander. Einigen Fischern zufolge lebt La Cornuda im Fluss Papaloapan – eine Kreatur, die erscheint und verschwindet, Menschen erschreckt und sie mit ihren Hörnern fortträgt, sodass sie von der Erde verschwinden. Nasser hat diesen Mythos spielerisch mit lokalen Bewohnern neu interpretiert, die ihre eigenen Versionen der Geschichte zeichneten und schrieben und alternative Enden schufen.

In dem Projekt verlässt La Cornuda den Fluss und betritt die Stadt Tlacotalpan, wo sie unsichtbar unter den Einwohnern wandelt. Nasser schuf eine Maske aus Schlamm und Flussabfällen, die Gemeindemitglieder als Werkzeug trugen, um die Legende nachzuspielen und die Interaktion zwischen Menschen zu fördern.

In Zusammenarbeit mit der Fondazione Alfaparf startete Kublaiklan zudem L’ora di Fotografia (Die Stunde der Fotografie), ein Projekt, das künstlerische Produktion unterstützt und visuelle Kompetenz bei jüngeren Generationen fördert. Fünf Fotografen – Hicham Benohoud, Ilaria Turba, Emilio Nasser, Karla Hiraldo Voleau und Matteo de Mayda – werden durch Workshops, Interviews und Gespräche mit Schülern der Sekundarstufe zusammenarbeiten.

Häufig gestellte Fragen
Natürlich. Hier ist eine Liste von FAQs über das Kublaiklan-Kollektiv zur Förderung kollaborativer Fotografie, die wie Fragen von Fotografen aller Niveaus klingen sollen.

**Erste Schritte & Grundlagen**

**F: Was genau ist das Kublaiklan-Kollektiv?**
A: Es ist eine Gemeinschaft und Bewegung, die darauf abzielt, über Einzelfotografie hinauszugehen. Wir betonen Zusammenarbeit – mit anderen Fotografen, Models, Stylisten und Kreativen, um Werke zu schaffen, die mehr sind als die Summe ihrer Teile.

**F: Ich fotografiere meist allein. Warum sollte ich kollaborative Fotografie ausprobieren?**
A: Kollaboration bringt Sie aus Ihrer kreativen Komfortzone heraus. Sie lernen neue Techniken, Ideen und Perspektiven kennen, auf die Sie allein vielleicht nie gekommen wären, was zu einzigartigeren und kraftvolleren Bildern führt.

**F: Ist das nur für professionelle Fotografen?**
A: Keineswegs. Es ist für jeden, der leidenschaftlich an Fotografie interessiert ist – von Hobbyfotografen bis hin zu erfahrenen Profis. Die Kernidee ist die Einstellung des Teilens und gemeinsamen Schaffens, unabhängig vom Kenntnisstand.

**F: Wie finde ich Leute für eine Zusammenarbeit?**
A: Beginnen Sie in den Online-Foren des Kollektivs oder bei lokalen Treffen. Sie können auch soziale Medien mit Tags wie #KublaiklanCollab nutzen oder sich einfach an lokale Künstler wenden, deren Arbeit Sie bewundern. Wir organisieren oft Matchmaking-Events für Kollaborationen.

**Vorteile & Philosophie**

**F: Was ist der größte Vorteil dieser Arbeitsweise?**
A: Synergie. Sie kombinieren Fähigkeiten, Ausrüstung und Vision. Ein Fotograf, der gut mit Licht umgeht, kann mit jemandem zusammenarbeiten, der sich mit Komposition auskennt, während ein Stylist die Erzählung bereichert. Das endgültige Bild spiegelt eine gemeinsame kreative Kraft wider.

**F: Führt Zusammenarbeit nicht zu kreativen Meinungsverschiedenheiten?**
A: Das kann vorkommen, aber das gehört zum Prozess. Wir betrachten kreative Spannungen als Werkzeug, nicht als Problem. Der Schlüssel ist klare Kommunikation von Anfang an über Ziele, Rollen und die Bereitschaft, für das Projekt zu experimentieren und Kompromisse einzugehen.

**F: Wie hilft das meinem individuellen Stil?**
A: Ironischerweise hilft die Arbeit mit anderen oft, den eigenen Stil klarer zu definieren. Sie erkennen, was bei Ihnen Anklang findet, was Sie natürlich beitragen und was Sie in Ihrer persönlichen Arbeit weiter erforschen möchten.

**Praktische Umsetzung & Häufige Probleme**

**F: Wie teilt man Kosten und organisiert Logistik für ein Shooting?**
A: Wir ermutigen zu offenen Diskussionen