Willkommen bei The Scoop: einer wöchentlichen E-Mail-Serie, in der Elektra Kotsoni Mode-Insider zu den Top-Storys der Woche befragt. Dies ist eine Chance für die Vogue-Business-Community, die neuesten Schlagzeilen zu verdauen und jeden Freitag einen exklusiven Insider-Blick zu genießen.

Der Gast dieser Woche ist Scott Lipinski, CEO des Fashion Council Germany. Als Mercedes-Benz im Dezember 2022 sein Sponsoring der Berlin Fashion Week beendete, dachten viele, die Veranstaltung sei am Ende. Doch Lipinski, der die Rolle seit 2017 innehat, und sein Team sahen darin eine Chance für einen Neuanfang.

Es scheint, als hätten sie Erfolg gehabt – schließlich berichten wir immer noch darüber. Da die Berlin Fashion Week heute beginnt, rief ich Scott gestern an.

Hallo Scott! Was gibt’s Neues?

Wir arbeiten daran, einen Showroom in Paris zu eröffnen. Das ist Teil unserer internationalen Strategie. Wir haben Anfang 2023, als wir die Berlin Fashion Week nach dem Rückzug von Mercedes-Benz als Organisator und Sponsor neu auflegten, einen Zwei-Phasen-Plan festgelegt. Die erste Phase bestand darin, eine neue Berlin Fashion Week zu etablieren, was uns gelungen ist. Die zweite Phase heißt "Go International". Wir haben Delegationsreisen unternommen – wir waren viermal in den USA und auch in Korea und Japan. Der nächste Schritt ist die Eröffnung eines Showrooms während der Paris Fashion Week. Es sieht gut aus, und wir hoffen, entweder diesen Oktober oder Anfang nächsten Jahres starten zu können.

Das ist wirklich aufregend. Wie wird es ablaufen? Wer darf im Showroom ausstellen?

Bei der Berlin Fashion Week haben wir ein Programm namens Berlin Contemporary, bei dem eine internationale Jury jede Saison etwa 20 Marken auswählt, die vom Senat für Wirtschaft, Energie und öffentliche Unternehmen unterstützt werden. Jede Marke erhält 25.000 Euro für ihre Show. Wir werden die Showroom-Marken wahrscheinlich hauptsächlich aus diesem Pool auswählen, aber wir könnten auch andere handverlesene Marken hinzunehmen, die perfekt passen. Es ist uns sehr wichtig, dass der Showroom sorgfältig kuratiert wirkt.

Was braucht es, damit ein nationaler Fashion Council einen Showroom eröffnet?

Es braucht Finanzierung. Wir schließen gerade Partnerschaften mit privaten Institutionen ab, die uns unterstützen möchten, und wir suchen auch Unterstützung von staatlichen Stellen – die Aussichten sind positiv.

Das Zeitalter der KI ist da, und viele sorgen sich um ihre Arbeitsplätze und ihre Karriere. Welchen Rat geben Sie Berliner Designern und anderen Kreativen in Ihrem Umfeld, um ihre Zukunft abzusichern?

Zu Beginn meiner Karriere arbeitete ich bei Accenture und beriet große Unternehmen wie DHL und Deutsche Post bei der Einführung von ERP-Systemen wie SAP oder Oracle. Ich vergleiche diese Zeit oft mit heute. Damals machten sich die Menschen große Sorgen, ihre Jobs zu verlieren. Und ja, in einigen Abteilungen wie Vertrieb oder Einkauf wurden weniger Leute gebraucht, aber andere, wie die IT, wuchsen.

Aus makroökonomischer Perspektive betrachtet bedeutet KI nicht zwangsläufig, dass Jobs verschwinden – sie werden sich verändern. Was ich bei jungen Berliner Designern sehe, ist, dass sie nicht sehr ängstlich gegenüber KI sind. Kürzlich unternahmen wir eine Delegationsreise nach Korea und Japan, und ich war überrascht, wie stark Marken dort KI als Unterstützungswerkzeug nutzen. Sie nutzen sie, um Schwächen auszugleichen, wie das Schreiben formeller Briefe oder die Planung von Inhalten. Ich habe noch keine Marke gesehen, die KI ersatzweise für kreative Arbeit einsetzt.

Heated Rivalry hat die Welt erobert. Diese Jungs waren bei den Männermodenschauen überall. Und mit den Olympischen Winterspielen in Mailand scheinen Wintersportarten gerade im Trend zu liegen. Sehen Sie das auch in Berlin, oder liegt es einfach an der Jahreszeit?

Ich habe die Serie auch gesehen – es ist erstaunlich, wie sie durchgestartet ist. Sie ist überall. Aber die Berlin Fashion Week beginnt erst morgen, also bin ich gespannt, was die Marken präsentieren. Im Allgemeinen war Berliner Mode schon immer eine Mischung aus Streetwear und Sportswear mit einem Hauch von Clubwear-Energie. Wir befinden uns global in einer komplexen Phase, mitten in einer dreimonatigen Modesaison. Während Zölle die unmittelbare Sorge sind, sind alle in der Modebranche Menschen und spüren die Unsicherheit. Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach Mode in einer solchen Phase des Macht- und Wertewandels?

Diese Antwort könnte ein Buch füllen, denn Mode ist so vielschichtig. Beispielsweise können Modewochen zutiefst politisch sein. Das sehe ich in Berlin deutlich – wir betrachten unsere Plattform als eine der Freiheit, Inklusion und Vielfalt. Unsere unabhängigen Designer nutzen ihre Shows, um ihre Werte und Ideen zu kommunizieren. Für einige dieser jüngeren Marken mögen Zölle nicht die größte Sorge sein, aber für die großen Machtmarken sind sie ein massives Problem.

Ich glaube auch, dass man nicht einfach stillsitzen und verärgert sein kann. Jetzt ist die Zeit, Organisationen wie Ihre Räte zu stärken. Nehmen Sie meinen Freund Pascal Morand in Paris, den geschäftsführenden Präsidenten der Fédération de la Haute Couture et de la Mode. Er ist intensiv in Diskussionen in Brüssel mit der European Fashion Alliance involviert – er handelt. Es ist wie ein Datenwürfel: Schaut man von einer Seite, sieht man eine Antwort; schaut man von einer anderen, ändert sich die Lösung.

Wie führen Sie die Marken der Berlin Fashion Week durch diese Unsicherheit, besonders da der Online-Handel kämpft – Saks in der Insolvenz, Matches zusammengebrochen und verkauft?

Einige unserer Berliner Marken waren eng mit Ssense verbunden, und es war eine Katastrophe für sie, einen großen Teil ihres Umsatzes zu verlieren. Aber ich sehe eine Krise als einen dunklen Raum, in dem Ihr einziges Ziel ist, den Lichtschalter zu finden. Das ist alles. Ich bewundere diese jungen Marken wirklich; ihre geringe Größe macht sie agil, daher bewältigen sie Krisen ganz anders als große Unternehmen. Sie passen sich an und erfinden sich neu. In Berlin nutzten viele die Krise, um ihre Gemeinschaften zu stärken, indem sie kleinere Veranstaltungen organisierten und direkt verkauften.

Die letzte Ausgabe von The Scoop mit dem NFL-Spieler Kyle Smith können Sie hier nachlesen.

Häufig gestellte Fragen
Natürlich. Hier ist eine Liste von FAQs zur Berliner Mode, Scott Lipinski und seiner Initiative, Berliner Marken in einen Pariser Showroom zu bringen.

Allgemeine Anfängerfragen

1. Wer ist Scott Lipinski?
Scott Lipinski ist der Gründer und CEO von Berlin Fashion, eine Schlüsselfigur in der Berliner Modeszene. Er ist bekannt dafür, Berliner Designer auf internationaler Ebene zu vernetzen und zu fördern.

2. Worum geht es bei diesem Pariser Showroom-Projekt?
Es ist eine Initiative, bei der Scott Lipinski eine Auswahl aufstrebender und etablierter Berliner Modemarken kuratiert und sie während der Paris Fashion Week in einem professionellen Showroom präsentiert. Das Ziel ist, diesen Marken direkten Zugang zu internationalen Einkäufern, Presse und Influencern zu bieten.

3. Warum Paris? Warum nicht einfach in Berlin zeigen?
Paris ist eines der globalen Epizentren der Mode, besonders während der Fashion Week. Die Präsentation dort bietet unvergleichliche Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Zugang zu einem konzentrierten, hochkarätigen internationalen Publikum, das allein über den Berliner Markt schwer zu erreichen ist.

4. Welche Art von Berliner Marken werden nach Paris gebracht?
Der Fokus liegt typischerweise auf avantgardistischen, nachhaltigen und zeitgenössischen Marken, die die einzigartige Ästhetik Berlins verkörpern – oft charakterisiert durch innovatives Design, Streetwear-Einflüsse und einen konzeptionellen oder minimalistischen Ansatz.

Vorteile & Ziele

5. Was sind die Hauptvorteile für die beteiligten Berliner Marken?
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören direkte Verkäufe an internationale Einzelhändler, erhöhte Markenbekanntheit in großen Modemedien, Networking mit wichtigen Branchenakteuren und Anerkennung auf globaler Bühne.

6. Wie hilft dies der Berliner Modeszene insgesamt?
Es hebt das Profil Berlins als ernstzunehmende Modemetropole, schafft eine kollektive Berliner Identität auf dem internationalen Markt und kann mehr Talente und Investitionen in die Modeindustrie der Stadt ziehen.

7. Geht es nur um Verkäufe oder gibt es andere Ziele?
Während Verkäufe an Einkäufer ein primäres Ziel sind, geht es auch um Markenaufbau, redaktionelle Berichterstattung, Trendsetzung und den Aufbau langfristiger Beziehungen, die zu zukünftigen Kooperationen und Wachstum führen.

Prozess & praktische Details

8. Wie werden Marken für den Showroom ausgewählt?
Die Auswahl basiert typischerweise auf Kriterien wie Design-Originalität, Produktionsfähigkeit, Markengeschichte, Marktreife und wie gut sie den sich entwickelnden Berliner Stil repräsentieren. Es ist ein kuratierter Prozess, der von Lipinski und seinem Team geleitet wird.

9. Wann findet dies statt?
Der Showroom ist typischerweise während der offiziellen Paris Fashion Week geöffnet.