Eine epische Geschichte verdient einen epischen Stil. Während die Stars von Christopher Nolans mit Spannung erwartetem Sommerfilm Die Odyssee auf dem roten Teppich für Aufsehen sorgen, haben wir unsere Archive durchforstet, um Mode zu finden, die den Geist von Homers klassischer Erzählung über Liebeskummer, Drama, Fantasie und Romantik einfängt. Ästhetisch neigt der Odyssee-Stil dazu, Kleidung zu bevorzugen, die den natürlichen Körper feiert – befreit durch lockere, fließende Drapierungen und Falten, anstatt eingeengt durch Korsettstäbe oder Schnürungen, die in späteren Epochen (und bei den Herbst-/Winter-Couture-Shows 2026) so üblich wurden.

Die folgende visuelle Essay zeigt herausragende Beispiele für Techniken, die Designer im Laufe der Jahre verwendet haben, um die Ideale klassischer Kleidung nachzubilden, wie Drapieren, Plissieren, Drehen und Wickeln.

Einige dieser Stücke wurden von Designern geschaffen, die auf ihr eigenes griechisches Erbe zurückgriffen, darunter Jean Dessès, Dimitra Petsa, Sophia Kokosalaki und Mary Katrantzou. Plissieren war eine weitere beliebte Methode, mit der Designer das Aussehen antiker Statuen nachahmten. Die Technik – vor fast 120 Jahren von Mariano Fortuny und Henriette Negrin für ihre einzigartigen, seidenen Delphos-Kleider entwickelt (die von einigen Figuren in Auf der Suche nach der verlorenen Zeit getragen wurden) – wurde nie perfekt reproduziert. Aber Mary McFadden versuchte es und schuf einen plissierten Polyesterstoff namens Mari. Eine weitere bemerkenswerte Stoffbildhauerin (die oft mit Jersey arbeitete) war die geheimnisvolle Madame Grès (Germaine Émilie Krebs), die unzählige Designer inspiriert hat, darunter Yohji Yamamoto, Mossi Traoré, Richard Malone und Francesco Murano.

Wie dem auch sei, die Modegeschichte ist voller Verweise auf die Göttinnen und Sterblichen, die diese epischen Geschichten bevölkern. Im Folgenden ein Blick auf einige unserer liebsten mythischen Laufsteg-Looks für moderne Penelopes und Athenas.

Raquel Zimmermann in Balenciaga.
Fotografiert von Steven Meisel, Vogue, Dezember 2004

Eine weibliche Gipsform, drapiert mit Seidenjersey von Madame Grès für die New Yorker Weltausstellung 1939.
Foto: Roger Schall, Vogue, 15. Mai 1939

Zendaya in Matières Fécales.
Foto: Mike Coppola / Getty Images

Givenchy, Frühjahr 1999 Couture.
Foto: WWD / Getty Images

Raquel Zimmermann in Sophia Kokosalaki.
Fotografiert von Steven Meisel, Vogue, Dezember 2004



Häufig gestellte Fragen
Hier ist eine Liste häufig gestellter Fragen dazu, wie die Mode lange vor jeder Filmadaption Inspiration aus der Odyssee schöpfte



Fragen für Einsteiger



1 Was bedeutet es überhaupt, von der Odyssee inspiriert zu sein, in der Mode

Es bedeutet, dass Designer Themen, Figuren oder Symbole aus dem antiken griechischen Epos – wie lange Reisen, das Meer, Göttinnen und mythische Kreaturen – nutzen, um die Farben, Formen und Stoffe ihrer Kleidung zu beeinflussen



2 Warum sollte die Mode für Ideen auf ein 3000 Jahre altes Gedicht zurückgreifen

Das Gedicht ist voller zeitloser Bilder – fließende Gewänder, Sandalen, dramatische Drapierungen und die Idee einer heldenhaften Reise. Diese Elemente wirken klassisch und elegant und verbinden sich mit Vorstellungen von Abenteuer, Kampf und Schönheit



3 Welche spezifischen Gegenstände aus der Odyssee tauchen in der Mode auf

Man sieht viele drapierte Tuniken, breite Ledergürtel, Gladiatorensandalen, goldene Lorbeerblattkronen und lange, fließende Umhänge. Schmuck umfasst oft Kameen, Münzen sowie Wellen- oder Muschelmotive



4 Ist das nur für ausgefallene Red-Carpet-Kleider oder kann ich es auch tragen

Beides. High-End-Designer entwerfen dramatische Göttinnenkleider, aber die Inspiration findet sich auch in Alltagsgegenständen: ein einfaches weißes Leinenkleid, ein geflochtenes Stirnband, ein Leder-Wickelarmband oder Sandalen mit überkreuzten Riemen



Fortgeschrittene & tiefere Fragen



5 Wie interpretierten Designer das Reisethema vor jedem Film

Sie verwendeten Silhouetten, die Bewegung suggerieren. Denken Sie an ein Kleid mit einer langen, wallenden Schleppe, geschichtete Stoffe, die windgepeitscht aussehen, oder Farbpaletten, die von tiefem Marineblau zu sandfarbenem Beige und strahlendem Weiß wechseln



6 Welche spezifischen Designer sind für diesen Vor-Film-Einfluss bekannt

Madame Grès war in den 1930er Jahren berühmt für ihre griechisch inspirierten Plisseekleider. Yves Saint Laurent verwendete oft Säulenkleider und Goldgürtel. Halston schuf in den 1970er Jahren schlichte Jersey-Göttinnenkleider. In jüngerer Zeit haben Mary Katrantzou und Erdem Drucke von Urnen, Wellen und antiken Motiven verwendet